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Die hier vorliegende Darstellung ist keine wissenschaftliche Abhandlung. Das Thema ist nicht bis ins Letzte erschöpfend behandelt. Die hier dargebotenen Sachverhalte und Schlußfolgerungen genügen nicht in allen Fällen wissenschaftlichen Anforderungen. Die Zahnkaries ist ein von Anfang an in der geschriebenen Geschichte der Medizin bekanntes Phänomen, und hat wohl wegen der eindrucksvollen Symptomatik schon seit den Keilschrifttafeln der Assyrer einen relativ breiten Raum in der Medizin eingenommen. |
"Begin der Heilmittel zur Stärkung eines Zahnes: |
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Der Zahnschmelz besteht wie viele Hartsubstanzen im biologischen Bereich im Wesentlichen aus Kalkristallen. Die Löslichkeit dieser Kristalle ist sehr vom pH-Wert des wässrigen Lösungsmittels abhängig. Während der Zahnschmelz im alkalischen und neutralen Bereich nahezu unlöslich ist, wird er im sauren Milieu rasch angegriffen und schließlich aufgelöst. Die unter dem Einfluß dieser Bakterien aus dem Zucker entstehende Säure kann ohne weiteres den Zahnschmelz auflösen und zu den bekannten Problemen führen. Dieser hier sehr knapp beschriebene Vorgang unterliegt nun vielen Einflüssen, die individuell völlig unterschiedlich kombiniert und gewertet sein können. Einige dieser Einflüsse sind schicksalhaft, andere können durch bewußtes Verhalten modifiziert oder ganz unterdrückt werden. |
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Zur Zeit ist es modern, für den Ausbruch einer Krankheit eine bestimmte Infektion zu ermitteln, und dafür wiederum möglichst einen Schuldigen zu finden. Das mag für etliche Erkrankungen zutreffen, für Karies sicher nicht. Eine ungeheure Vielzahl von verschiedensten Keimen kommt in der Natur derart häufig und überall vor, daß es auch bei besonders hygienischem Verhalten nicht zu vermeiden ist, daß sich an jedem beliebigen zugänglichen Ort jeder beliebige Keim findet. Ausnahmen lassen sich nur mit großem technischen Aufwand erzeugen, selbst in Operationsräumen gelingt dieses nicht immer. Ob ein bestimmter Keim an einem Ort zu wachsen beginnt, wird nur durch das Milieu dieses Ortes bestimmt. Es ist also nicht etwa die hygienisch unachtsame Mutter, die ihrem neugeborenen Kind die ersten karieserzeugenden Bakterien verpaßt, das Kind holt sich diese schon selbst mit dem ersten Atemzug aus der Luft. Welcher Bakterienstamm sich nun hier als erster breit macht, hängt in erster Linie vom Milieu in der Mundhöhle ab. Ändert sich das Milieu, so wird sich ganz von selbst auch die Besiedelung des Mundes ändern. |
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Die Kariesbakterien sind wie alle Lebewesen dieser Sorte mit einer extrem schnellen Vermehrungsrate ausgestattet. Bei optimalen Bedingungen kann sich ihre Zahl alle 20 Minuten verdoppeln. Wenn eine Störung unterbleibt führt das nach wenigen Stunden zu gigantischen Bakterienmengen. Für die Kariesentstehung ist jedoch wichtig, ob bei Zuckerzufuhr zunächst nur wenige Bakterien vorhanden sind, und sich vor der Säureproduktion erst mal vermehren müssen, oder ob etwa die Bakterien als dichter Rasen und in großen Klumpen schon vorhanden sind, und sofort mit der großtechnischen Säureproduktion beginnen können. |
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Das Körperinnere eines jeden Menschen wird von seinem Immunsystem ständig überwacht und gegen Angriffe geschützt. Dadurch ist ein gesunder Mensch innerlich keimfrei. Das Immunsystem kann jedoch auch auf äußere Bereiche Einfluß nehmen. Dazu zählen auch innere Oberflächen, die direkt mit der Außenwelt in Verbindung stehen, wie etwa Atmungsorgane, Harnwege, Verdauungsorgane, und auch die Mundhöhle. Vor allem Im Speichel sind Bestandteile des Immunsystems präsent, wenn auch in geringerer Konzentration als etwa im Blut. Gleiches gilt für das Innere und die Umgebung der Zahnfleischtaschen. Weiterhin ist die Effektivität des Immunsystems auch in Bezug auf verschiedene Bakterienstämme höchst unterschiedlich. Zusammen mit der ebenfalls individuell unterschiedlichen Konzentration von Immunbestandteilen ergibt sich hier ein sehr unberechenbarer Faktor. Seit einigen Jahren wird eine gezielte Verbesserung dieses Faktors, etwa durch eine Impfung diskutiert, greifbare Ergebnisse oder brauchbare Verfahren sind bis heute nicht bekannt. |
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Der Speichel ist mit Bestandteilen ausgestattet, die trotz Säureproduktion der Bakterien den pH-Wert im Speichel im neutralen Bereich halten. Diese Fähigkeit ist jedoch individuell unterschiedlich ausgeprägt, und funktioniert auch nur dort, wo der Speichel frei fließen kann. Verfügt man über reichlichen Speichelfluß, so reicht diese Pufferwirkung womöglich bis in die Zahnzwischenräume hinein und durch mehrere Lagen von Bakterien hindurch. Auch Faktoren wie Immunwirkung des Speichels und Mineraliengehalt zur Remineralisation werden durch reichlichen Speichelfluß positiv beeinflußt. Durch Kaugummikauen wird Speichelfluß provoziert und kann so Karies unterdrücken |
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Die Ernährung ist vermutlich der weitaus wichtigste Faktor bei der Entstehung der Zahnkaries, wohl weil sie gleichzeitig mehrere Bereiche beeinflußt. |
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Von den Kariesbakterien direkt in Milchsäure verwandelt wird nur der Traubenzucker. Diese einfachste und grundlegende Zuckerform kommt zwar in reiner Form in unserer Nahrung nur selten vor, in etlichen Nahrungsmitteln chemisch gebunden in hochkonzentrierter Form. Besonders schnell auflösen läßt sich diese chemische Bindung beim weißen Haushaltszucker. Die Enzyme (Werkzeuge) zur Herauslösung des Traubenzuckers sind zum Teil im Speichel enthalten, zum anderen sind diese Teil der Enzymausstattung der Bakterien selbst. Damit sind alle Lebensmittel, die diesen Zucker enthalten, als besonders kariesgefährdend einzustufen. Vor allem Stärke ist eine weitere Form des Vorkommens von Traubenzucker. Auch die hierfür zur Zerlegung notwendigen Enzyme sind kein Mangel, es dauert nur etwas länger. Damit geraten alle Lebensmittel, die Getreideprodukte oder Kartoffelbestandteile (Kohlehydrate) enthalten, auf die schwarze Liste. Zubereitungsmaßnahmen wie Kochen verstärken die Kariesgefahr erheblich. So ist z.B. eine rohe Kartoffel ungefährlicher als eine gekochte. |
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Am Anfang sind alle Zähne gleich. Besonders „weichen“ oder „harten“ Zahnschmelz gibt es zunächst nicht. Gegenüber mechanischer Beanspruchung sind und bleiben die Zähne bei allen Menschen gleich hart. Diese Härte ist dabei so beschaffen, daß bei normalem Gebrauch der Zähne ein Leben lang keine Gefahr einer Schädigung besteht. Der Zahnschmelz ist so hart und dick, daß er auch im hohen Alter noch nicht verbraucht ist. |
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Vor allem bei Kindern und Jugendlichen spielt die Zahnform eine besonders wichtige Rolle. Insbesondere die Furchen in den Mahlzähnen sind ein bevorzugter Angriffspunkt für Karies. Der Grund dafür sind Spalten in der Tiefe der Furchen, die sich bis zu 3 mm tief in den Zahn hinein erstrecken können, und in der Tiefe womöglich noch Hohlräume bilden. Diese Spalt- und Hohlräume, werden nun bei jeder Mahlzeit von Neuem mit Nahrungsmitteln vollgestopft, ohne daß auch nur die geringste Chance für eine effektive Reinigung besteht. Wer hier mit weiteren ungünstigen Faktoren geschlagen ist, wird an solchen Stellen unausweichlich Karies bekommen, und ist auf die Hilfe des Zahnarztes angewiesen. Man sucht neuerdings diesen Faktor durch Maßnahmen wie z.B. Versiegelung in den Griff zu bekommen. Wenn die Zähne schließlich wie bei Erwachsenen durch Fluorideinlagerung besser geschützt sind, spielt dieser Faktor keine Rolle mehr. |
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In jedem Lebensalter spielt die Zahnstellung jeweils auf besondere Weise eine wichtige Rolle. Insbesondere in den Zahnzwischenräumen gibt es Bereiche, die der Reinigung nur schwer oder gar nicht zugänglich sind, und trotzdem von Bakterien besiedelt werden. Durch die bauchige Form der Zähne entsteht unter dem Kontaktpunkt der einzelnen Zähne ein Raum zwischen den Zähnen, der bei Kindern und Jugendlichen vollständig von der Zahnfleischpapille ausgefüllt ist. Dadurch ist dieser Raum in einem definierten Zustand, und kann nicht in gefährlichem Maß von Bakterien besiedelt werden. |
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Der Zahnschmelz ist dem Säureangriff der Bakterien nicht völlig schutzlos ausgeliefert. Ähnlich wie die Augenlinse, die nicht direkt am Blutkreislauf angeschlossen ist, sondern aus der Tränenflüssigkeit ernährt wird, so bezieht der Zahnschmelz seine zur Regeneration nötigen Mineralien aus dem Speichel, der damit mehr oder weniger gut ausgestattet ist. |
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Die von Außen kommende Reinigung durch spezielle Hygienemaßnahmen ist nicht der einzige Reinigungsfaktor. Die Reinigung durch abrasive Nahrungsbestandteile, die auch besonders viel Arbeit für die Zähne darstellen, ist ein wichtiger Faktor. Bei gleichem Kohlehydratgehalt wird nach dem Verzehr einer kernigen Scheibe Vollkornbrot weniger Zahnbelag vorhanden sein, als nach dem Verzehr einer entsprechenden Menge Weißbrot. Ähnliches gilt für viele Lebensmittel. |
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Der Gehalt an Fluorid-Jonen bestimmt in entscheidender Weise die Säurelöslichkeit des Zahnschmelzes. Es ist also erstrebenswert, möglichst viel Fluorid in den Zahnschmelz einzubringen. |